NAHTSTELLEN - Fotos für die Pressefreiheit

| Justyna Mielnikiewicz | Rückkehr an die Rote Riviera

geb. 1973 in Polen

Sie sei Kunstkritikerin und auf Film spezialisiert, als Fotografin aber Autodidaktin, sagt Justyna Mielnikiewicz, die an der Universität Krakau studiert hat.

2001 beginnt sie bei der wichtigsten polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza und arbeitet seitdem als Fotojournalistin. Ihre Bilder aus dem Kaukasus, Russland, Zentralasien und der Türkei finden sich z.B. in der New York Times, der Frankfurter Allgemeinen oder der wichtigsten georgischen Tageszeitung.

Zudem dokumentiert sie humanitäre Aktivitäten der UN in Georgien und der Provinz Abchasien. 2002 zieht sie nach Tiflis, um an ihrem Langzeitprojekt über den Südlichen Kaukasus zu arbeiten. Dafür erhält u.a. ein Stipendium von der Europäischen Kulturstiftung. Sie ist Finalistin beim 7. AGFA Förderpreis für jungen Fotojournalismus in Deutschland und Mitbegründerin des Fotografenkollektivs EVEphotographers.

Justyna Mielnikiewicz lebt und arbeitet in Tiflis, Georgien.
| Courtesy of the artist.|

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| Frank Herfort | Zwischen...Zeit

geb. 1979 in Leipzig (ehemals DDR)

Als Frank Herfort geboren wird, liegt Leipzig noch in der DDR, zehn Jahre später in der BRD. Er arbeitet erst in einem Profilabor, bevor er ab 2000 an der HfBK Hamburg Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie studiert. Ein Stipendium ermöglicht ihm 2004 einen Studienaufenthalt in London. 2000 erhält er den Deutschen Jugendfotopreis, weitere Auszeichnungen folgen, so beim Welde-Kunstpreis; seine Bilder werden in vielen Städten Deutschlands und in London ausgestellt.

Die Diplomarbeit „Zwischen...Zeit“ wird mit dem BFF Förderpreis, dem Kodak Nachwuchs-Förderpreis und vom British Journal of Photography ausgezeichnet und im Sommer 2005 bei Gruner+Jahr in Hamburg ausgestellt. Herfort hat als Assistent für Gulliver Theis, Walter Schels und Stephan Elleringmann gearbeitet. Neben seiner freien künstlerischen Arbeit fotografiert er auch für Werbeagenturen und Magazine aus aller Welt.

Frank Herfort lebt und arbeitet in Moskau. | Courtesy of the artist. |

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| Simon Roberts | Motherland – Mutterland

geb. 1974 in Süd-London, England

Simon Roberts’ Karriere begann 1997 nach Abschluss seines Universitätsstudiums der „Human Geography“ mit einer ersten Auszeichnung für Fotojournalismus. Seine Arbeiten – über Lepra und AIDS-Kranke in Simbabwe, leidenschaftliche Feuerwerker in der Wüste Nevadas oder deutsche Burschenschaften – werden breit publiziert, so in Time, Spiegel oder Le Monde. Die Liste der Ausstellungen reicht von Fotofestivals in Madrid, Toronto oder Lianzhou, China bis zur ersten Einzelausstellung 2007 in der Photographers Gallery in London.

Er hat viele Auszeichnungen erhalten, so ist er 2003 Teilnehmer der World Press Masterclass in Amsterdam, 2004 zählt er in den USA zu den 30 besten jungen Fotografen, 2006 erhält er den kanadischen „Bright Spark Award“ und 2007 den „Vic Odden Award der „Royal Photography Society“ in Großbritannien. Seine Bilder sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, so in der Sammlung der Deutschen Börse.

Simon Roberts lebt in Brighton, England. | Courtesy of the artist. |

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| Kirill Golovchenko | 7KM - Feld der Wunder

geb. 1974 in Odessa, Ukraine

Schon als Jugendlicher fotografiert Kirill Golovchenko mit der sowjetischen Kleinbildkamera „Smena 8M“ seines Bruders. Als er 1999 nach Deutschland kommt, studiert er an der Uni Mainz zunächst Fremdsprachen. Nach einem Jahr als Assistent in einem Fotodesign-Studio beginnt er ein Kommunikationsdesign-Studium an der Hochschule Darmstadt, das er 2007 mit der Diplomarbeit „7KM | Feld der Wunder“ abschließt.

Dafür wird er von der Wüstenrot Stiftung und dem Museum Folkwang mit dem Förderpreis Dokumentarfotografie ausgezeichnet, einem Stipendium zur Fortsetzung dieses Projektes über „die Lebensumstände der Menschen im Prozess der Kapitalisierung der Ukraine“. Seine Fotoarbeiten sind seit 2003 in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland zu sehen, darunter 2008 beim Emy Roeder Preis.

Kirill Golovchenko lebt zurzeit in Mainz. | Courtesy of the artist. |

 

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| Anastasia Khoroshilova | Russkie

geb. 1978 in Moskau, Russland

Die kulturelle und ethnische Vielfalt Russlands interessiert Anastasia Khoroshilova ebenso wie die Übergangsphasen der russischen Geschichte. In der Arbeit „Bezhin Lug“ / „Bezhin-Wiese“, in der es um „das Leben in Rus’“ geht, bezieht sie sich auf frühe russische Meister der Kunst und ethnografischen Fotografie, auf die Schriftsteller Turgenew und Sorokin sowie Eisensteins unter Stalin vernichteten gleichnamigen Film.

Ihre professionelle Laufbahn beginnt in Deutschland, wo sie von 1999-2004 an der Universität Duisburg-Essen Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Dokumentarfotografie studiert. Danach nimmt sie 2005 ein Promotionsstudium auf. Ihre Bilder sind u.a. in Wien, Madrid und Miami zu sehen, mit Gruppenausstellungen z.B. bei der Photobiennale Moskau, in Frankreich, Kanada und zuletzt in Augsburg. Sie ist Mitglied der „Fotografenunion Russlands“.

Anastasia Khoroshilova lebt und arbeitet in Berlin und Moskau.
| Courtesy of the artist. |

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| Andrei Liankevich | In einem unbekannten Land

geb.1981 in Grodno, Weißrussland

Ein großes Thema für Liankevich ist der Alltag in seiner Heimat unter dem autoritären Regime Präsident Lukaschenkos. Nach Abschluss eines BWL-Studiums zieht er 2004 nach Armenien, wo er am Kaukasischen Medieninstitut in Eriwan studiert und die kurdische Yezidi Minderheit fotografiert. Dafür wird er im dortigen World Press Photo-Seminar ausgezeichnet.

Führende Zeitungen Weißrusslands wie Nasha Niva veröffentlichen die Bilder des freien Fotografen, sowie international die New York Times, Le Figaro oder Die Zeit. Eigene Projekte thematisieren schwules Leben in Minsk und die offiziell „nicht existierende“ Untergrundkultur. Seine Arbeiten werden in Polen, Norwegen und Deutschland ausgestellt; der Bildband „Blick ins Niemandsland“ erscheint 2008. Seit 2006 unterrichtet Liankevich Fotojournalismus an der Universität Vilnius, Litauen.

Andre Liankevich lebt und arbeitet in Minsk. | Courtesy of the artist. |

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| Jelena und Viktor Vorobjev | Kasachstan. Blaue Periode

Jelena Vorobjeva, geb. 1959 in Nebit-Dag, Turkmenistan

Viktor Vorobjev, geb. 1959 in Pavlodar, Kasachstan

Das Ehepaar Jelena und Viktor Vorobjev arbeitet seit Mitte der 90er Jahre gemeinsam an seinen künstlerischen Projekten. Dazu gehören Installationen, Video oder interaktive Aktionen, um, wie sie sagen, „das künstlerische Feld über die jeweiligen Vorlieben zu erweitern“: Jelena ist Malerin, Bühnen- und Kostümbildnerin, Viktor Bildhauer. Als Fotografie eine der Komponenten ihrer Installationen wird, entdecken sie das Medium für ihre weitere Arbeit.

Ihnen eigen ist ein meist ironischer, auch kritischer Blick auf die Welt. Die Querverbindungen im wirklichen Leben interessieren sie, die sie „extrahieren und visualisieren“ wollen. Seit 1995 vergeht kein Jahr ohne Ausstellung, u.a. in Kirgisien, Australien, der Türkei. In Deutschland sind sie im Haus der Kulturen der Welt vertreten, 2005 im Zentralasien-Pavillon der Biennale Venedig, 2007 z.B. in den USA, Estland und Finnland.

Jelena und Viktor Vorobjev leben und arbeiten in Almaty, Kasachstan. | Courtesy of the artists. |

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| Musa Sadulajev | Tschetschenien: Fast vergessen?

geb.1968 im Exil in Kasachstan

Den Krieg in Tschetschenien zu dokumentieren kostet Musa Sadulajev fast das Leben. Er ist als AP-Fotograf dabei, als 2004 der tschetschenische Präsident Kadyrow und 30 weitere Menschen bei einem Bombenattentat sterben – so auch sein Freund und Fotografenkollege Adlan Chassanow. Er ist vor Ort, als ein terroristischer Anschlag auf das Dorf Znamenka 2003 verübt wird. Er drückt auf den Auslöser, als er eine gefolterte Frauenleiche sieht. Er dokumentiert, wie russische Soldaten wahllos alles töten, was sich bewegt – als Vergeltung dafür, dass einer ihrer Panzer über eine Mine gefahren ist. Solche Bilder erlangen weltweit traurige Berühmtheit, – und Sadulajev steht bei allen Kriegsparteien in Misskredit. Er muss sein Land verlassen.
Seit 1988 fotografiert Sadulajev in der autonomen Republik im Südwesten Russlands. Mit 8 Jahren entdeckt er die Fotografie; mit 16 bekommt er seine erste eigene Kamera. Während der Militärzeit versucht er sich als Journalist der schreibenden Zunft, doch verwirft dies zugunsten der Reportagefotografie: „Man kann erforschen und aufschreiben, was vor Tausenden von Jahren passiert ist. Das Foto aber fixiert den Moment. Was gestern war, kann man heute nicht mehr fotografieren.“

Nach dem Militärdienst ist er für lokale Zeitungen tätig; später arbeitet er für AP und Reuters sowie für renommierte Zeitungen wie Herald Tribune oder Vanity Fair.
2005 lebte Sadulajev als Gast der „Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte“ in Deutschland. Danach ist er in den Kaukasus zurückgekehrt.
| Courtesy of the artist. |

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